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Saturday, September 5, 2020

Das goldene Herz von Star Trek: Die Galaxie braucht neuen Optimismus - PC Games

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Es kommt der Punkt im Leben eines jeden Franchise, an dem es vor einem Scheideweg steht. Das Gleiche ist in letzter Zeit mit Star Trek passiert: Wird sich das Trek-Universum uneingeschränkt an die dramatische und nicht selten extrem düstere Machart einer modernen Fernsehserie anpassen? Oder hält es an den Werten fest, mit denen viele Star-Trek-Fans aufgewachsen sind? Die Antwort darauf liegt in der Art und Weise, wie Science-Fiction im Kern funktioniert - und an Gene Roddenberry, der als Humanist und Visionär seine ganz eigene Duftnote ins Genre brachte. Folgt uns auf einem kleinen Exkurs, der euch das "goldene Herz" von Star Trek näherbringen soll und hoffentlich das wiedergibt, was uns die letzten Star-Trek-Serien nur mühsam vermittelten: Hoffnung für die Zukunft. Für das Franchise und die Zukunft der Menschheit gleichermaßen.

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Die dunkle Seite des Spiegels

Die Fangemeinde ist von den neuen Serien Star Trek: Picard und Star Trek: Discovery nicht uneingeschränkt begeistert. Dabei geht es oft nicht um die Produktion oder die schauspielerische Leistung. Stattdessen glauben manche, Star Trek habe sein Herz verloren. Der Optimismus, der die Serien seinerzeit so besonders machte, steht nicht mehr im Mittelpunkt. An seiner Stelle aber Pessimismus; die Vorstellung einer modernen Gesellschaft, welche der Wissenschaft und dem Humanismus zunehmend skeptisch gegenübersteht.

Manche Star-Trek-Fans erinnern sich an eine Zeit, in der die Menschheit noch mit Hoffnung in die Zukunft blickte und die Serie das widerspiegelte.

Die Realität hat sich mittlerweile in der Sicht vieler Menschen verändert: Anstelle der positiven Aufbruchsstimmung, welche die Menschheit sogar auf den Mond brachte, ist oft eine von Pessimismus getriebene Bunkermentalität zu spüren - Menschen schauen auf soziale Ungerechtigkeit, auf eine zunehmend komplexere Welt und lassen den Optimismus der Nachkriegszeit vermissen. Dieser Zeitgeist beeinflusst zwangsläufig die Geschichten, die wir einander erzählen. Wenn wir die Zukunft als einen finsteren Ort voller schreckenhafter Schemen wahrnehmen, während uns bewusster denn je ist, dass die Vorurteile und die Intoleranz der Vergangenheit immer noch da sind, dann schlägt sich das auch in Star Trek nieder.

Um es in der Seriensprache zu sagen, scheint die Gesellschaft momentan in das falsche Bein der quantenmechanischen Hose zu rutschen. Sie fürchtet sich davor, den Nachfahren nicht die Föderation, also nicht die saubere Erde zu hinterlassen, die wir uns immer gewünscht haben. Star Trek passt sich aktuell mit seiner fehlerhaften Föderation und düsteren Folgen dieser pessimistischen Zukunftsvision an.
Star Trek: Picard wird stellenweise so düster, dass man das alte Star Trek nur noch erkennt, weil bekannte Schauspieler, Raumschiffe und Aliens darin vorkommen. <br> &nbsp; Star Trek: Picard wird stellenweise so düster, dass man das alte Star Trek nur noch erkennt, weil bekannte Schauspieler, Raumschiffe und Aliens darin vorkommen.
 
Quelle: CBS / Paramount 
Treffen der Generationen
Wer sich die Science-Fiction der letzten Jahre anschaut, bemerkt, dass es die dystopischen Szenarien sind, die sich aktuell vor allem in den Filmen und der Literatur für Jugendliche und junge Erwachsene niederschlagen - allen voran Filmreihen wie die "Die Tribute von Panem" und "Divergent/Allegiant". Das Schema folgt dabei dem Prinzip, das auch Star Trek: Picard und Star Trek: Discovery nutzen: Eine junge Generation von Sternenflottenoffizieren und Außenseitern konfrontiert das alte System und versucht etwas Neues und Besseres daraus zu formen.

Auch Star Trek favorisiert aktuell finstere Zukunftsvisionen, in welcher nur wenige prinzipientreue Charaktere existieren und sich jeder selbst der Nächste ist. Dabei wäre es doch gut, wenn sich Star Trek wieder auf alte Werte besänne! Der Idealist Gene Roddenberry vertrat den Standpunkt, dass seine Serie die Menschheit nicht nur mit ihren Fehlern konfrontieren, sondern auch zum Besseren verändern könnte.

Um das "goldene Herz" von Star Trek zu verstehen, müssen wir zunächst einen Blick auf Gene Roddenberry selbst werfen. Der Erschaffer des Star-Trek-Universums war ein Humanist, wie er im Buche steht: Anstatt voller Angst in die Zukunft zu blicken und die Vergangenheit wie eine Kette hinter sich her zu schleifen, hatte Roddenberry die Hoffnung auf eine vernünftige, solidarische Menschheit nie aufgegeben. In einem inzwischen berühmten Interview sagte Roddenberry:

"Ich glaube an die Menschheit. Wir sind eine unglaubliche Spezies, die immer noch in den Kinderschuhen steckt. Wir sind immer noch böse zueinander, aber alle Kinder durchlaufen diese Phase. Wir wachsen auf und wir kämpfen uns gerade durch unsere Pubertät. Wenn wir erst erwachsen sind - oh Mann. Dann werden wir etwas Großartiges sein!"

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In Roddenberrys Vision war Star Trek nicht ein Spiegel dieser Pubertät. Stattdessen sah Gene die erwachsene Menschheit vor sich. Er sah großes Potenzial in ihr schlummern, das nur darauf wartet, entfesselt zu werden. Star Trek unter Roddenberry versuchte, eine Zukunftsvision zu zeigen, in der die Menschheit ihre aus seiner Sicht kleinlichen Konflikte und ihren Egoismus abgestreift hat, keine Bigotterie mehr kennt und auf Dinge wie Sexismus mit absolutem Unverständnis reagiert.

Oft gelang das. Selbst völlig fremdartige Alien-Zivilisationen werden in der Regel mit offenen Armen willkommen geheißen und einer großen, in Wissenschaft und Anstand vereinten Föderation aufgenommen. Das vulkanische Motto "Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen" (IDIC) beschreibt perfekt das Gefühl, das hinter Roddenberrys Star Trek steckt. Und das Beste daran: Roddenberry war nicht der Meinung, dass es sich hier um ein "ob" handelt. Sondern um ein "wann."
Star Trek: Discovery beginnt mit einem pessimistischen Auftakt und zeigte uns in der ersten Staffel hauptsächlich Folter, Verrat und eine Menge Krieg. <br> &nbsp; Star Trek: Discovery beginnt mit einem pessimistischen Auftakt und zeigte uns in der ersten Staffel hauptsächlich Folter, Verrat und eine Menge Krieg.
 
Quelle: CBS / Paramount 
Das unentdeckte Land

Das Großartige an einer Rückbesinnung auf alte Star-Trek-Werte wäre das, was auch Roddenberry bereits verstand: Geschichten sind keine Einbahnstraße. Die Welt beeinflusst nicht nur die Storys, die wir uns erzählen; die Geschichten, die wir erfinden, beeinflussen auch unsere Sicht auf die Welt. Gerade deshalb ist es vielleicht wichtig, dass Star Trek sich wieder auf alte Werte besinnt: Wenn wir uns wieder mehr Storys erzählen, die ihren Blick nicht auf eine romantisch verklärte Vergangenheit, sondern auf eine optimistische Zukunft richten, kann das unsere Einstellung auf die Zukunft automatisch korrigieren - ein wenig zumindest. Wir könnten ein Star Trek gebrauchen, das uns zeigt, dass unsere beste Zeit noch vor uns liegt und wir brauchen eine Föderation, die uns zeigt, dass die Werte von morgen nicht auf Nationalismus, Machtfantasien und finanzieller Gier basieren. Natürlich gibt es auch in Roddenberrys Zukunftsvision noch finstere Gesellen, doch die sind Einzeltäter, die sozusagen noch nicht das Licht gesehen haben. Das ist eine andere Botschaft als die von Star Trek: Picard zum Beispiel: Die entlarvte das gesamte System als grundlegend fehlerhaft.

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Versteht uns nicht falsch: Star Trek zeigte schon immer mit dem Finger auf soziale Missstände und verstand sich als eine Alternative zur puren Sci-Fi-Actionserie. Inzwischen, so findet es der Autor dieser Zeilen zumindest, ist die reale "Gegenkultur" jedoch nicht mehr der nihilistische Typ im Trenchcoat, der nur sich selbst Rechenschaft leistet. Die Rebellen dieser Zeit sind diejenigen unter uns, die den Glauben an die Menschheit nicht verlieren und trotzdem füreinander kämpfen, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Wie der Humanist Steven Pinker in seinem Buch "Enlightenment now" sagt: "Wenn wir uns mehr um unsere Mitmenschen kümmern, sehen wir automatisch den Rest der Welt als schlechter an. Dabei wird die Welt nicht schlechter - wir selbst werden besser." " Gene Roddenberry würde dieser Äußerung wohl stürmischen Applaus schenken.
Eine Mission der Erkundung und Diplomatie, samt eiserner Prinzipien: Strange New Worlds könnte der Neustart sein, der dem Franchise sein Herz wiedergibt. <br> &nbsp; Eine Mission der Erkundung und Diplomatie, samt eiserner Prinzipien: Strange New Worlds könnte der Neustart sein, der dem Franchise sein Herz wiedergibt.
 
Quelle: CBS / Paramount 
Fremde neue Welten
Bald betritt "Star Trek: Strange New Worlds" die Bühne und bringt Trekkern vielleicht das Star Trek, das Picard und Discovery nicht geliefert haben: Hoffnung, eine reflektierte Menschheit und eine entsprechende Föderation. Die Wahl von Anson Mount als Captain Pike ist ein erster Hoffnungsschimmer. Ansons Pike ist ein fairer Captain mit einem familiären Führungsstil und einem aus blankem Stahl geschmiedeten moralischen Zentrum. Wir erinnern uns gerne an eine Szene aus der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery in welcher Pike die Sorgen der Crew ansprach, in dem er eines klarstellte: Pike ist nicht Lorca. Pike ist die Sternenflotte. Diese Aussage war zwar an die Crew der Discovery gerichtet. Aber auch treue Fans nahmen das als Lichtblick wahr, den sie nach dem düsteren Auftakt der Serie dringend benötigten.

Bemerkenswert ist vor allem (Achtung: Spoiler für Star Trek: Discovery), dass Pike in einer Vision bereits sein späteres Schicksal sah. In Strange New Worlds begleiten wir also einen Sternenflotten-Captain, der weiß, dass er nach einem schrecklichen Unfall im Rollstuhl landen wird - und trotzdem jeden Morgen voller Elan und Pflichtbewusstsein aufsteht. Nicht für sich, sondern für seine Crew und diejenigen, die seine Hilfe brauchen. Wir freuen uns deswegen auf das, was Star Trek dringend wieder benötigt: Optimismus! Denn ohne Optimismus ist Star Trek nur eine weitere Sci-Fi-Serie mit Raumschlachten und seltsamen Aliens. Sollte Star Trek mit "Strange New Worlds" tatsächlich besagtes "goldenes Herz" wiederfinden, dann gibt das den kritischen Fans vielleicht nicht nur Hoffnung für das Franchise an sich zurück. Sondern auch für die Art von Geschichten, die wir uns in Zukunft erzählen. In diesem Sinne: Lebt lange und in Frieden!

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September 05, 2020 at 05:00PM
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